Hell wach se(i)n

Wo steht dir der Sinn an Ostern 2021? Was bewegt dich? Wie umgehen mit diesem Fest, das so viele Traditionen und Rituale kennt – und uns in einer irritierten und irritierenden Zeit begegnet?

Eine neue Welt. Auf einer neuen Erde

„Eine neue Erde“ hat Eckhart Tolle ein Buch überschrieben, das er vor 16 Jahren veröffentlichte. Ein prophetisches Buch. Wie geschrieben für diese Zeit. Die Menschheit steht vor einem Bewusstseinssprung. Krise ist Ent-Scheidung.  Das Alte darf losgelassen werden. Eine neue Welt gilt es zu formen. Auf einer neuen Erde.

Die Enge verlassen

Viele von uns spüren Enge in diesen Tagen, Wochen, Monaten. Neben der Angst, dieses deutsche Wort, das direkt aus der „Enge“ abgeleitet ist, ist es die Beschränkung von Freiheiten, die uns bedrängt. Wir sind wie in einem zu eng gewordenen Kokon. Wie in einem Ei, einer Schale, die nun brechen darf, aufplatzen. Wir möchten ausbrechen. Aufbrechen. Aufstehen. Uns aufrichten.

Aufblühende, aufstrebende Tulpen. Ostern ist, sich aus Erde und Wasser erheben und ins Helle wachsen.

Im Sterben ist kein Tod

Die Kar- und Ostertage laden uns zu dieser anderen Perspektive auf die Enge ein. Was wenn wir einem Samenkorn gleich uns erden dürfen? Um in die Tiefe zu gehen. Uns hinzugeben. Uns einzulassen in das Geheimnis des Lebens. Das Samenkorn, das in die Erde fällt, stirbt nur scheinbar. In Wirklichkeit ist im Sterben kein Tod sondern vielmehr Transformation. Es ist wahrlich Zeit, alte Schalen loszulassen, abzustreifen. Um dem Kern bzw. dem Korn Raum zu geben.

Durchbruch ins Helle

Das ist der Karfreitag. Der Tag der Hingabe. Kompromisslos loslassen. Sich der Erde überlassen. Der Karsamstag ist Ruhe. Grabesruhe. Der Karsamstag lässt das Korn im Verborgenen arbeiten. Den Keimling ausbrechen. Aufbrechen. Bereit werden für den Aufbruch ins Leben. Hellwach sein. Ins Helle wachsen. Die Osternacht ist der Durchbruch ins Helle. Der Spross durchbricht die Erdkruste. Und entdeckt das Licht der Sonne.

Ostern in dir

Was ist der Same in dir, der ruht, um dann zu sprießen? Um an das Licht der Sonne zu gelangen. Aufzuwachen. Aufzustehen. Lausche deinem Herzen und spüre, was da pocht. Wofür es schlägt. Lass dich ein und lasse zu. Lass die Angst los. Die Enge. Das Alte. Was bisher war. Werde dir deiner selbst und deines Leben neu bewusst! Was geht vor sich? Wer und wie willst du sein? Sei wach und werde klar. Sei hell-wach! Auf dass Ostern werde in dir.

Sich am Licht orientieren

Wenn wir uns hingeben. Die Zeichen der Zeit erkennen. Uns neu ausrichten. Aufstehen und uns aufrichten. Wird eine neue Erde. Werden wir uns auf neue Weise bewusst.

Lasst uns wach sein. Wachsen. Lasst uns hell wach se(i)n!

Uns aufrichten. In die Sonne strecken. Dem Licht entgegenwachsen. Nur wer sich erdet, das Samenkorn be-erd-igt, wer dem Neuen Raum gibt, das Alte streift, wer die Schalen platzen lässt, wird wirklich frei.

Metamorphose

Wenn wir das Samenkorn in die neue Erde pflanzen, ihm Luft lassen, wenn wir die Wurzeln mit Wasser versorgen und die Pflanze in das Licht bringen, wird sie wachsen. Wird Photosynthese. Wird Metamorphose. Wird Verwandlung. Wird Ostern.

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