Von einem der Kraftorte meines Lebens, meinem Café am Strande der Welt, gehe ich die wenigen Schritte zum Wasser. Barfuß auf der Erde stehe ich und schaue auf die glitzernde Wasseroberfläche, das offene weite Meer. Die Sonne direkt mir gegenüber, ein lebhafter warmer Wind in meinen Haaren, an meinen Ohren, auf meiner Haut.

Die Elemente sind in mir
Mir wird bewusst, dass eben diese vier Elemente auch in mir selbst sind: Durch den Körper habe ich Anteil an der Erde, ich bin Materie, ich bin selbst (aus) Erde. Gleichzeitig bestehe ich zu einem Großteil aus Wasser, jede Zelle meines Körpers trägt es. Atmend bin ich im ständigen Luftaustausch. Der Atem des Lebens ist in mir; in meinem Körper wohnt eine Geist-Seele; sie ist darin, bis ich buchstäblich das Leben einmal aushauchen werde. Und dann ist da ein Feuer in mir. Eine Bestimmung, ein Auftrag, ein Ruf. Das Warum meines Lebens. Sinn, Purpose, der in Flow, ins Fließen kommen möchte. Ein Licht, dem zu folgen mein Weg ist.
Die Luft, die ich atme, das Feuer in mir drin. Die Erde, die mich trägt und das Wasser, das ich bin.
Maik Baum

Ich bin in den Elementen
Ich gehe auf dem Boden weiter und tauche mit meinen Füßen, meinen Beinen und bald mit meinem ganzen Körper ein in das Wasser. Ich verbinde mich buchstäblich mit dem Meer, schwimme der Sonne entgegen, dem Stern unserer Galaxie, dem Feuerball und Leben erst ermöglichenden Lichtspender, der die Erde, die Luft und auch dieses Wasser erwärmt. Ich atme, beziehungsweise: der Geist des Lebens atmet in mir. Und ich spüre, wie sein Abbild, der Wind, dieses Wasser aufwühlt und meinen Körper vitalisiert: belebt.

Marko Pogačnik
Es ist gerade einmal zwei Wochen her, da hat mich ein bald 82jähriger Mann in einer Tiefe berührt, wie ich es lange nicht mehr erinnern kann. Marko Pogačnik gilt in dem, was man Öffentlichkeit nennt, vor allem als (LandArt-)Künstler und als Geomant. Die 90 (!) Menschen, die zu diesem Vortrag an einem unscheinbaren Ort vor den Toren des Bayerischen Waldes gekommen sind, wissen oder spüren offenbar mehr. Das merkt man schon während des Vortrags und erst recht an den Fragen, die ihm gestellt werden. Ich kann hier nicht annähernd all das wiedergeben, was da bei mir alles in Schwingung gekommen ist, aber ich versuche, ein paar Punkte zu skizzieren.
Superintelligenz
Dieser zurückhaltende, unprätentiöse und gleichzeitig hochgradig präsente Mann beginnt in hervorragendem Deutsch zunächst mit einem Thema, das quasi in aller Munde ist: ‚Künstliche Intelligenz‘. Er erklärt zunächst, dass er das Wort gar nicht passend findet, da diese Intelligenz gar nicht ‚künstlich‘ ist. Es ist eine hochpotenzierte Verstandesintelligenz, die er lieber „Superintelligenz“ nennt. Sein Anliegen ist in keinster Weise, diese Intelligenz zu problematisieren. Vielmehr ist das Anliegen seines Vortrags, auf eine andere Intelligenz hinzuweisen; eine, die seiner Ansicht nach einen deutlich größeren Impact auf unser Leben und das des ganzen Planeten Erde hat als diese Superintelligenz; eine, die immer schon um uns Menschen und auf diesem Planeten ist und die die Menschen über 300.000 Jahre immer kannten und mit ihr im Einklang waren – bis man vor wenigen hundert Jahren begann, den Verstand derart unser Leben dominieren zu lassen, dass wir heute, wenigstens in unseren westlichen Gesellschaften, davon nichts mehr wissen oder glauben wollen.

Intelligenz jenseits des Verstandes
Die Rede ist von dem, was man ‚Naturintelligenz‘ nennt. Insofern diese Art von Intelligenz gerade eben nicht oder kaum vom Verstand zu erfassen ist, ist es entsprechend mühsam sie so in Worte zu fassen, also zu beschreiben, dass klar wird, worum es geht. Das noch größere Hindernis ist, dass eben der Verstand ziemlich unmittelbar abschaltet oder in Frage stellt, was nicht in seine Kategorien passt. Ich kann also gleich eine Triggerwarnung ausstellen, denn das wird bei manchen Leser*innen auch hier in diesem Blogbeitrag geschehen.
Akupunktur für die Erde
Eine seiner Hauptaufgaben scheint Pogačniks darin zu sehen, so mit der Erde, mit Plätzen oder Orten zu arbeiten, dass – nennen wir es – Heilung geschieht. Er geht dorthin oder wird sogar von regierungsnahen Instituten dorthin gerufen (etwa in Irland an der Grenze zu Nordirland), wo ehemaligen Kraftorten etwa durch kriegerische Handlungen oder oft Jahrhunderte lange Feindseligkeiten so viel Gewalt angetan wurde, dass sie ihre Kraft nicht mehr entsprechend ausstrahlen können. Bekannt geworden ist er für eine Methode/Technik, für die er selbst die Bezeichnung „Lithopunktur“ gefunden hat. Er arbeitet dabei wie Ärzt*innen oder Heilpraktiker*innen mit der Akupunktur bei Menschen oder Tieren entsprechend mit Orten oder Landschaften.

Zwischenwelten
Ich habe mit Marko Pogačnik nach dessen Vortrag noch kurz persönlich gesprochen und zwei seiner vielen Bücher gekauft. So wie ich bei seinem Vortrag an seinen Lippen gehangen bin, lese ich nun fasziniert in seinen Büchern. Ich habe natürlich auch im Internet zu ihm recherchiert. Seine Arbeit und Kompetenz geht weit über die Lithopunktur hinaus. Er ist über Jahrzehnte lange Erfahrung eingetaucht in die Verbindung zu Wesen und Wesenheiten wie eben Pflanzen (Bäume), Berge und Landschaften und die Zwischenwelten, die es gibt – wenn man das eben glauben kann oder bereit ist, diese wieder zu erfassen und/oder wahrzunehmen. Dabei sind uns diese ‚anderen Bewusstseinsebenen‘, wie Pogačnik diese Zwischenwelten auch nennt, durchaus bekannt: aus unseren Märchen und den mythischen Erzählungen aller Welt. Es ist sogar so, dass sie gerade in den letzten Jahren im Rahmen der sogenannten Fantasyliteratur wieder unglaubliche Popularität erlangen. Die Rede ist von der Welt der Feen, der Drachen und anderer Wesen und Phänomene, die wir aus „Herr der Ringe“, Harry Potter & co. kennen.

Da ist mehr
Ich will das an dieser Stelle nicht vertiefen. Mein Anliegen ist es, zu dieser – wenn man so will – Bewusstseinserweiterung einzuladen; vielleicht sich mit der Vorstellung zu beschäftigen oder diese Ahnung wieder zuzulassen, dass da noch mehr ist. Mehr noch als die Welt des Verstandes. Und sogar mehr noch als die gewohnte spirituelle Welt, die wir aus den unterschiedlichen religiösen und kulturellen Traditionen kennen. Heute sind diese ‚Zwischenwelten‘ bzw. Wesen und Wesenheiten vor allem über die indigenen Traditionen und ihre Schamanen zugänglich.
Natürliche Intelligenz
Es wartet neben der allüberall präsenten künstlichen Intelligenz noch eine andere Intelligenz, die uns viel natürlicher zugänglich wäre, wenn wir sie denn zulassen wollen. Marko Pogačnik und andere sehen in der Wiederentdeckung dieser Intelligenz übrigens tatsächlich einen Weg der Heilung einer aus den Fugen geratenden Welt: Ein Potenzial persönlicher Heilung für den Menschen selbst und für den an der Ausbeutung seiner Ressourcen leidenden Planeten Erde.

Was braucht die Erde? Was brauchen wir Menschen?
Bezeichnend war in diesem Zusammenhang Pogačniks Hinweis in seinem Vortrag, dass die Verstandesintelligenz und damit auch die Super- oder eben künstlichen Intelligenz eine „kalte“ Intelligenz sei – und dass wir mit ihrer rasenden Verbreitung in eine geistige Eiszeit steuern. Naturintelligenz dagegen sei eine warme Intelligenz. Sie korrespondiert mit den Qualitäten des Herzens, so wie die Verstandesintelligenz eben mit den Qualitäten des Kopfes korrespondiere. Die Frage ist: Was brauchen wir heute? Was braucht die Welt? Was braucht die Erde? Meine Antwort ist eindeutig: Wir alle brauchen in Zeiten neuer kalter und tatsächlicher Kriege, zwischen Nationen, Menschen und im Verhältnis zur Erde nichts mehr als Wärme – die Wärme des Herzens. Pogačnik hat in seinem Vortrag auch über die verschiedenen Sphären gesprochen. Und darauf hingewiesen, dass es auch eine „Liebessphäre“ gibt. Ich jedenfalls möchte mich auf den Weg machen, meine Verbindungen und Verbindungsmöglichkeiten zur Natur noch viel weiter und ganzheitlicher zu betrachten, als ich das bisher getan habe. Als Beitrag der eigenen Heilung und der Heilung der Lebensgrundlagen bereit stellenden Erde.
Die Erde retten?
Wir brauchen die Erde nicht zu retten. Sie ist längst selbst in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Davon ist nicht allein Pogačnik überzeugt, darauf weisen auch indigene Kulturen seit über 20 Jahren hin. Die Frage ist, ob wir die Erde dabei unterstützen. Immerhin ist sie es, die für unsere Nahrung sorgt – weniger umgekehrt. Die Erde wartet sehnsüchtig darauf, dass wir wieder einschwingen in die Kräfte zwischen Erde und Himmel. Dass wir aus der Entfremdung aussteigen und uns wieder beteiligen. Dass wir Menschen aufhören, unser alleiniges Ding zu machen.
Heraus aus der Verstandesfalle
Können wir uns mit dem Gedanken beschäftigen oder vielleicht sogar spüren und glauben, dass der (neue) Mensch auf dieser (neuen) Erde seine Kraft aus anderen Quellen speist als dem Verstand? Pogačnik weist darauf hin, dass sogar unsere üblichen fünf Sinne, denen wir vertrauen, hauptsächlich dem Verstand zuarbeiten und deshalb das Einschwingen in die anderen Bewusstseinsebenen eher verhindern. Gleichzeitig schreibt der Herzchirurg Reinhard Friedel schon seit längerem davon, was das Herz für ein Kraftwerk in unserem Körper und in unserem Leben ist; eines, das sogar ein eigenes Hirn hat; und dass das Herz ein Sinnesorgan ist, vielleicht das, das uns wirklich in die neue Zeit führt: Mit dem Herzen zu sehen, hat uns schon Antoine de Saint-Exupéry gelehrt und mit dem Herzen zu hören Bruder David-Steindl Rast, der kürzlich seinen 100. Geburtstag gefeiert hat. Auch wenn es immer noch eine Provokation ist in dieser vom Wissens und der Wissenschaft dominierten Zeit: Der Ausweg aus den Nöten der Zeit geht nicht über den Verstand. Es ist sogar so, dass seine Überbetonung uns erst in diese Schwierigkeiten gestürzt hat. Wir dürfen einen Weg finden heraus aus der Verstandesfalle. Und der geht über das Herz.

Amare aude
So wertvoll das Kant’sche Idiom vom sapere aude damals in der Rennaissance (übersetzt: ‚Wiedergeburt‘!), der „Aufklärung“ und dem damaligen Übergang in die „Neuzeit“ war: Bürger, löse dich von den Mächtigen aus Adel und Religion und wage es, dich deines (eigenen!) Verstandes zu bedienen! Heute sind wir wieder am Übergang in eine neue Zeit. Und diese fordert uns auf, nicht mehr blind dem Wissen und dem Verstand zu folgen: Amare aude! Wir dürfen das Lieben wagen. Liebe hat Pogačnik in seinem Vortrag wie folgt definiert: „das scheinbar Unmögliche möglich machen“. Wieder daran zu glauben, dass wir uns noch auf ganz andere Weise mit anderen Menschen und Wesen aller Art verbinden können. Wo Dinge möglich werden, die wir mit dem Verstand für unmöglich halten. Deshalb glaubt Pogačnik auch – wenn wir so wollen – an ein gutes Ende: Weil alles möglich ist, wenn wir lieben.
Navigation in ein neues Zeitalter
Jenseits der „künstlichen“ Intelligenz wartet eine natürliche auf unsere Wiederentdeckung. Jenseits der kalten Superintelligenz wirbt wärmende Naturintelligenz um unsere Aufmerksamkeit. Und das Herz könnte uns ein Kompass sein, das uns dorthin navigiert, wo wir den Elementen, den Wesenheiten der Zwischenwelten und auch den Landschaften, Bergen, Pflanzen und Tieren und nicht zuletzt den Menschen auf eine Weise begegnen, die uns persönlich und das ganze System zwischen Erde und Himmel in eine heilsame Zeit bringt:
Die Erde gebiert ein Zeitalter des Friedens und der Koexistenz zwischen allen Wesen.
Marko Pogačnik*

Abenteuer Natur
Für mich ist dieser lange Sommer fast zufällig eine wahrhaft wilde Zeit. Schon seit dem Frühjahr bin ich zuerst mit meiner Liebsten zusammen über 150 km zu Fuß in Italien am Apennin unterwegs gewesen, dann für unseren Pilgerretreat mit einer Gruppe von Gefährt*innen etwa 60km nochmal in Italien und zuletzt weitere 150km zu Fuß und im Zelt mit meinem Sohn im äußersten Nordosten Deutschlands. Und bald geht es nochmal mit meiner Liebsten zum Pilgern auf den Olavsweg in Norwegen, wieder zu Fuß und mit dem Zelt ganz nah an der Erde und inmitten dessen, was wir wilde „Natur“ nennen. Mit jedem wilden Tag ‚da draußen‘ nähere ich mich ‚der Natur‘ wieder an und versuche meine Welt und mein Bewusstsein um das Verbundensein mit den Schwingungen, Kräften und Wesen der Natur wieder zu erweitern. Ein durchaus herausforderndes, aber heilsames und vor allem: faszinierendes Abenteuer!

Wer mir und uns von CORDAT auf dieser Abenteuerreise folgen will, einfach diesen Blog abbonieren oder auf Instagram @cordatherzensbildung folgen. Wer die Fährte zum Abenteuer des eigenen Lebens wieder aufnehmen oder vertiefen möchte und die Kraft der Präsenz nachhaltig in sein privates und berufliches Leben einladen möchte, dem sei unser Begleitungs- und Weiterbildungsformat TOOLBOX ACHTSAMKEIT ans Herz gelegt. Die neue Gruppe startet am Wochenende 26./27. September mit dem ersten von insgesamt sechs Modulen in diese fünfmonatige Reise. Und wer die Wiederbegegnung mit der Natur zu Fuß in den kraftvollen Landschaften und Orten der Toskana, Umbriens und Latiums in Italien auf dem Pilgerweg des Heiligen Franziskus schon mal einplanen möchte, dem und der empfehlen wir von Herzen unsere Pilgerretreats in 2027. Brich auf im Innen und im Außen und du wirst Wundervolles und Heilsames entdecken!
PS: Zum 11. Geburtstag von CORDAT gibt es für alle Buchungen noch im August 11% Rabatt – auch auf TOOLBOX und Pilgerretreats!
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*Marko Pogačnik: Wandlungstanz der Erde. Ein Begleiter durch die Herausforderungen der jetzigen Zeit, Saarbrücken 2019, S. 45ff
