Das „helle Feuer“. Oder: Der Beginn von allem

Endlich ist es soweit. Jetzt bricht wirklich alles auf. Die Blüten kommen heraus aus ihren Knospen, die Blätter entfalten sich und es streut die Farben übers Land: Weiß und Gelb und auch schon Blau – und Grün natürlich sowieso. Der Vollmond in diesen Tagen hatte es in jeder Hinsicht in sich. Was man auch als Walpurgisnacht kennt und was die Burschen bis heute die Maibäume in die Höhe recken lässt, ist ursprünglich Beltane*, das Fruchtbarkeitsfest der Kelten. Geradezu geil im wahrsten Sinne des Wortes lässt sich aus der Perspektive von Beltane jeder Maibaum als überdimensionaler Phallus erkennen, der entsprechend seiner Bestimmung durch den oben befindlichen Kranz dringt. 

Das Schloss und der Garten wie auf einem Gemälde von Monet. – Alle Fotos dieses Beitrags: Christian Heitzer-Balej.

Der Beginn von allem

Mann kann sagen: So beginnt das Leben. Der Akt der Zeugung ist der Beginn von allem. Und folgerichtig war das Fest Beltane bei den Kelten nicht nur das Sommerfest bzw. der Beginn des Sommers sondern sogar das Neujahrsfest. Was für eine ganz andere Energie, als es unser Neujahrsfest am 1. Januar heute ausstrahlt!

Nicole Katharina packt voller Freude den Vorgarten unserer Yurte an.

Sommerliches Neujahr 

Die letzten Tage fühlen sich wirklich wie ein Hauch von Sommer an. Es ist endlich warm, die Natur entfaltet sich – und in alle dem auch unsere innere eigene Natur: Wir erwachen aus dem allzu langen Winterdämmerschlaf und bereiten nicht nur den äußeren Garten und die Felder für eine neue Ernte dann im Herbst vor; wir entdecken auch die eigenen Pläne, unsere Lebenslust, unsere Energie wieder – und kultivieren hoffentlich auch unseren inneren Garten.

Wiederannäherung an indigene Weisheit

Beltane ist zusammen mit Imbolc (1. Februar), Lughnasadh (1. August) und Samhain (1. November) eines der vier großen keltischen und bis heute irischen Feste. Diese Feste bezogen und beziehen sich immer auf den Kreislauf der Natur. Bealtaine, was soviel wie „helles Feuer“ bedeutet, ist in der heutigen irischen Sprache der Name für den Monat Mai. Ein Freund von mir sagte kürzlich in einem Gespräch: Die Kelten sind unsere Indigenen. Die Weisheit der indigenen Völker bricht sich heute schier überall Bahn. Immer neue Literatur gibt es, immer mehr Menschen greifen zurück auf die mit den Festen der Urvölker verbundenen Rituale und Zeremonien. 

Selbst diese tausend jährige Eiche packt jetzt ihre ersten zarten Blätter aus.

Sich dem Leben hingeben

Was können wir heute tun im Zusammenhang mit diesem Fest Beltane? Was ist ein stimmiges Ritual oder eine Zeremonie wert? Wir können ein „helles Feuer“ in unserem Inneren oder ganz konkret entzünden oder uns mit dem schlichten Blick in die schier explodierende Natur um uns herum ganz bewusst dem Leben hingeben. Einem neuen Sommer oder gar einem neuen Jahr / Jahreskreis in unserem Leben. Mit dem äußeren auch unseren inneren Garten anpacken: den Boden bereiten, aussähen, pflanzen; die Saat und die Pflänzchen kultivieren und uns dem Aufblühen und Wachsen auch einer ganz konkreten Idee, eines Projekts oder Konzepts verschreiben.

Wir haben den gefühlten Sommeranfang mit Familie im Garten vor der Yurte zelebriert – samt Torte und allem, was dazu gehört.

Hell brennt unser Feuer

In diesen Wochen (er-) findet sich auch das Gut, auf dem wir leben, gerade neu. Wir dürfen mittendrin sein in diesem Prozess und der Frage nach der künftigen Gestalt des Guts. Und wir (er-) finden uns auch uns selbst wieder neu. Hell (bel) und groß brennt das Feuer (tane) in uns!

Wer mit uns noch im Mai innehalten möchte, das Gut mit seinen Beltane-Farben selbst erleben möchte, den und die laden wir herzlich zu unserer Tagesauszeit am Sonntag, 21. Mai ein. Mehr zu uns, Nicole Katharina Balej und Christian Heitzer-Balej, zu unseren Angeboten und unserer Arbeit unter www.cordat.org. Wir freuen uns von Herzen auf eine Begegnung!

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*Vgl. zum Folgenden https://de.wikipedia.org/wiki/Beltane!

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