Wie wir dem Herzen folgen: #berufung

In dieser 13tägigen Reihe bis Ostern sprechen wir mitten aus unserem Lebensthema: dem Herzen folgen. Im letzten Beitrag haben wir davon geschrieben, wie uns der Wink der Liebe ereilte. Und welch großen Mut es in unserer besonderen Konstellation brauchte, diesem Wink zu folgen. Vom Kopf her war uns klar, was der Schritt bedeuten würde. Dennoch war, was folgte, wie ein Schock. Wie gesagt: Wir standen ja nicht nur privat, sondern auch beruflich vor einem kompletten Neuanfang.

Verrückt bleiben

Für uns stand fest: Wir wollen weiter auch beruflich gemeinsam arbeiten. Über die beruflichen Projekte hatten wir auch unsere Leidenschaft und Liebe füreinander gefunden. Wir wollten die Erfahrung, wie sehr wir beruflich zusammen matchten, nicht ins Leere gehen lassen. Doch wie soll das gehen? Wir waren verrückt genug, uns zusammen auf ausgeschriebene Stellen zu bewerben. Das hat durchaus Eindruck gemacht auf die, die die Stellen ausgeschrieben hatten. Doch sie waren nicht verrückt genug, sich zu trauen, uns gemeinsam einzustellen.  Da es Stellen gewesen wären, wo wir uns wirklich wiedergefunden hätten mit unseren Talenten, war diese Erfahrung bitter, frustrierend. Doch wir sind von unserer Spur nicht abgerückt. Weiter dem Herzen trauen, war unsere Intention.

Bisweilen fällt das Leben in sich zusammen. Doch es kann uns zu einem magischen Moment werden. So magisch wie diese verlassene Abtei in der Toskana.

Der Weg ist steil und steinig

Das Pilgern auf dem Franziskusweg in Italien hatte uns die Möglichkeit gegeben, buchstäblich ins Vertrauen zu gehen. Doch so wie der Weg am Apennin auch voll steiler Anstiege, mit Regentagen und endlosen Kehren, mit Irrwegen und Mühen verbunden ist, so zeigte sich auch unser Pilgerweg des Lebens als steiler Pfad und oftmals steinig. Wie das Entsetzen und die Enttäuschung der ehemaligen Partner (und Kinder) angemessen händeln? Wie mit der Frage nach Schuld umgehen? Wie mit den eigenen Kindern in Verbindung bleiben? Wie finden wir eine gemeinsame berufliche Lösung? Wir waren überfordert.

Wenn ihr arbeitet, seid ihr eine Flöte, durch deren Herz sich das Flüstern der Stunden in Musik verwandelt.

Wenn ihr arbeitet, erfüllt ihr einen Teil des umfassenden Traums der Erde, der euch bei der Geburt dieses Traums zugeteilt worden ist.

Khalil Gibran

Steilküste an der Maremma, einem Küstenstreifen der Toskana.

Das heilende Potenzial der Achtsamkeit

Wir spürten, wir brauchen Unterstützung in dieser massiven Umbruchsituation unseres Lebens. Was uns buchstäblich gerettet hat, ist die Entdeckung der Achtsamkeit. Nach der Teilnahme an einem MBSR-Kurs – MBSR steht für Mindfulness-Based Stress Reduction, zu deutsch achtamkeitsbasierte Stressbewältigung –  reifte in uns rasch der Gedanke: Wir wollen selbst die Ausbildung zum/zur Achtsamkeitstrainer*in und MBSR-Lehrer*in machen. Jon Kabat-Zinn, der Begründer des MBSR-Curriculums, sagt gerne: „Meditieren Sie, als hinge Ihr Leben davon ab. Denn das tut es.“ Die Praxis der Achtsamkeit hat uns davor bewahrt, in diesen turbulenten Wellen des Neuanfangs unterzugehen. Sie hat uns gelehrt, wie wir die Wellen des Lebens reiten können. Achtsamkeitspraxis, Meditation und Yoga haben in den folgenden Jahren in unserem Leben wirklich heilsames Potenzial entfaltet. Diese Erfahrung und diese Kompetenzen wollten wir gerne an die Menschen, mit denen wir arbeiten, weitergeben.

In den großen Momenten des Lebens brauchen wir den Panoramablick. Wie hier auf diesem Weinberg samt Castello in der Toskana.

Glauben heißt Herz geben

Doch wie genau stellen wir uns nun beruflich neu auf? Wie nennen wir uns und unsere Arbeit? Viele Fragen, die es zu beantworten galt. Wir brauchten den Kopf frei. Eine andere Umgebung. Inspiration. Eine andere Mentalität. Natur. Deshalb sind wir für ein paar Tage auf ein altes Weingut in die Toskana gefahren. Mit ersten Skizzen für eine freiberufliche Tätigkeit. Über Business wussten wir wenig. Das Thema Berufung war uns vertrauter. Klar war: Was uns auszeichnet ist, Herz geben. Herzoffene Menschen, die wir sind, haben wir uns immer mit ganzem Herzen unserer Arbeit mit Menschen hingegeben. Als Theolog*in wussten wir: das lateinische Wort für ‚glauben‘ ist credere und kommt von cor ‚Herz‘ und dare ‚geben‘. Glauben ist also Herz geben. Wie wunderschön undogmatisch. Das passt zu uns. Und da unser Grafiker meinte, cordare klingt wie der Name für einen Chor, haben wir uns auf cordat geeinigt, was so viel heißt wie ‚er/sie gibt Herz‘. Das passt. Wenn wir also Herz geben und aus der Bildungsarbeit kommen und Menschen weiter genau darin unterstützen wollen, dass sie selbst ihrem Herzen trauen und ihm folgen, war uns klar, wie wir unsere Arbeit nennen wollen: Herzensbildung.

Terrassenblick von dem alten Weingut in der Toskana, wo wir unser Unternehmen cordat herzensbildung geboren haben.

Anfängergeist

Es war ein ganz besonderer Moment, als wir cordat herzensbildung im Spätsommer 2015 gegründet haben. Ein wichtiger Schritt nach vorne, mit einer beruflichen Perspektive für die Zukunft – so ungewiss sie auch sein mochte. Es gab noch Einiges zu lernen, was man als Unternehmer und Unternehmerin braucht. Eigene Geschäftsräume waren in den ersten Jahren nicht drin. Unser VW-Bus – der von Nicki den Namen Cordy bekam – war unser Raum, unser erster Geschäftspartner und unsere wandelnde und wandelbare Werbefläche in der Stadt und wo immer wir unterwegs sind. Mit unserem Gründer- und Anfängergeist hatten wir jetzt den nötigen Schwung, aufzubrechen und das Unternehmen cordat herzensbildung anzupacken.

Doch was genau machen wir als cordat herzensbildung? Wie sieht künftig unser Arbeiten aus? Und was genau ist unser Warum, unser Sinn, unser Purpose? Darum dreht sich unser morgiger dritter Beitrag in dieser Reihe. – Tipp: Wenn du keinen der Beiträge in diesem Blog verpassen möchtest, klicke einfach auf das Feld „Abbonieren“, das beim Scrollen auf deinem Handy, Tablet oder Computer erscheint und du bekommst jedes Mal eine Email, wenn ein neuer Beitrag veröffentlicht wurde.

Nach dem Aufbruch zu Fuß auf dem italienischen Franziskusweg nun der per VW-Bus. Hinweis zu den Bildern: Dieses Bild ist von der Mittelbayerischen Zeitung; alle anderen Bilder sind privat.

Du möchtest dich selbst dem Thema ‚Herzensbildung‘ widmen? Möchtest lernen, die Stimme deines Herzens zu hören? Du ahnst, dass auch in deinem Herzen noch ein Schatz verborgen liegt? Du hast bereits ein Herzensthema, ein Herzensprojekt? Das dich schon lange umtreibt oder erst seit kurzem? Am Samstag, 23. April startet unser Kursformat „Dem Herzen folgen“ – gleichzeitig das Spezial-Modul unserer h.e.a.r.t COACH Ausbildung. Hier bekommst du eine viermonatige Begleitung zweier erfahrener Coaches und einer kleinen Gruppe von Gefährt*innen, um Dich deinem Herzen zu nähern, ihm zu trauen und ihm folgen zu lernen. Der Schritt ist an dir! Melde dich über herz@cordat.org an, schreib uns für deine Fragen oder schau dich für mehr Informationen zu uns um auf www.cordat.org!

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