Wie wir dem Herzen folgen: #liebe

Ab heute wollen wir in einer Reihe von 13 Beiträgen täglich bis Ostern mitten aus unserem Lebensthema sprechen: dem Herzen folgen. Wir schreiben in dieser Reihe über zentrale Themen wie Liebe/Partnerschaft, was und wie wir arbeiten – also unseren Berufen/Berufungen – und wo und wie wir leben/wohnen. Und auch weitere wichtige Themen wie Freundschaft, Alltag, Inspiration und anderes werden wir anhand unseres eigenen Lebensweges skizzieren.

Wenn die Liebe dir winkt

Die Blüte ruft den Schmetterling zu sich. Und beide nähren sich voneinander.

Unser Weg beginnt mit dem Ruf der Liebe.

Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr. Sind ihre Wege auch schwer und steil.

Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin, auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.

Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie, auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettern kann wie der Nordwind den Garten verwüstet.

So wie sie dich wachsen lässt, beschneidet sie dich.

So wie sie emporsteigt zu deinen Höhen und die zartesten Zweige liebkost, die in der Sonne zittern, steigt sie hinab zu deinen Wurzeln und erschüttert sie in ihrer Erdgebundenheit.

All dies wird die Liebe mit dir machen, damit du die Geheimnisse deines Herzens kennenlernst und in diesem Wissen ein Teil vom Herzen des Lebens sind.

Khalil Gibran

Was nun?

Vor acht Jahren war das. Völlig unvermittelt winkt uns die Liebe zu sich. Wir haben uns immer schon gemocht, von der ersten Begegnung an. Doch da war Nicki 15 und Christian 30. Christian hat als Jugendreferent gearbeitet und Nicki bald in sein Team ehrenamtlich engagierter junger Erwachsener geholt. Nach ihrem Abitur hat Nicki Theologie studiert und nach dem Studium ihren langjährigen Freund geheiratet. 2012 bewirbt sie sich auf eine Stelle in der Zentrale der kirchlichen Jugendarbeit in: Hier ist Christian mittlerweile in der Leitung und stellt sie zusammen mit seinem Chef ein. Beide hatten Nicki bereits als zuverlässige und äußerst engagierte Mitarbeiterin und auch als wundervollen Menschen kennengelernt. In der gemeinsamen konzeptionellen Arbeit und im Rahmen von Großprojekten – winkt uns plötzlich die Liebe. Was nun? Wir sind beide verheiratet, Christian ist Vater von drei Kindern…

La Verna, Umbrien. Der Berg der Schmerzen. Und ein wunder-voller Ausgangspunkt für eine Pilgerreise.

Das geht nicht

Natürlich geht das nicht. Weder wollen wir das unseren Ehepartnern antun noch Christians Kindern. Und überhaupt: Wir arbeiten in der Kirche. Da geht das schon gar nicht. Wir ringen um Aus- und Anderswege. Der Verstand schlägt uns allerhand Dinge vor, doch: Wir kommen da nicht mehr heraus. Der Wink der Liebe und die Stimme in unseren Herzen, die nach einem gemeinsamen Weg ruft, sind so mächtig, dass wir uns füreinander entscheiden. Mit allen Konsequenzen.

Wer den Weg des Herzens geht, muss durch weite Täler und über steile Berge. Doch der Weg lohnt sich. Immer.

Tabula rasa

Dann kommt das mit den schweren und steilen Wegen aus Khalil Gibrans Gedicht. Das mit den Verwundungen des unter dem Gefieder versteckten Schwertes. Das mit der Erschütterung der Wurzeln des bisherigen Lebens. Natürlich haben uns viele für verrückt erklärt. Für unmöglich. Für naiv und so manches mehr. Wir haben uns nicht nur aus unseren Beziehungen und Familien, sondern auch aus unseren Freundeskreisen herauskatapultiert. Und haben die ganze Härte des Kirchenrechts erfahren. Wir haben an unseren Arbeitsstellen immer unsere Begeisterung und Leidenschaft eingebracht. Müssen sie jetzt loslassen. Und uns beruflich ganz neu orientieren.

Aufbruch

Aufbrechen. Zum Pilgern. Und in ein neues Leben.

Wir haben uns spontan zusammen als Pilger auf den Franziskusweg nach Italien begeben. Sind von La Verna, dem Berg der Schmerzen, bis nach Assisi zu Fuß unterwegs gewesen. Schritt für Schritt ins Vertrauen gegangen. Um dann unser Leben noch einmal völlig neu aufzubauen. Haben uns ganz unserem Weg zusammen hingegeben. Nach sieben Jahren gemeinsamen Weges haben wir letzten Herbst geheiratet. Einander. Der Weg war kein leichter, aber die Liebe ist mächtig. Wir haben an sie geglaubt. Wir haben nicht aufgegeben; wir haben uns hingegeben. Wir haben uns voller Hingabe diesem Weg gewidmet, sind durch Ängste, Zweifel und Schmerzen hindurch gegangen.  Heute wissen wir: Dem Herzen folgen braucht Mut. Courage. Aber es lohnt sich. Ja, es lohnt sich wirklich!

Wie kamen wir nach unserem beruflichen Aus zu unserem jetzigen beruflichen Unternehmen? Zu unserer neuen Berufung? Das ist das Thema unseres zweiten Beitrags morgen.

Du möchtest lernen, die Stimme deines Herzens zu hören? Du ahnst, dass auch in deinem Herzen noch ein Schatz verborgen liegt? Du hast bereits ein Herzensthema, ein Herzensprojekt? Das dich schon lange umtreibt oder erst seit kurzem? In unserem Kursformat „Dem Herzen folgen“ – gleichzeitig das Spezial-Modul unserer h.e.a.r.t COACH Ausbildung – bekommst du eine viermonatige Begleitung zweier erfahrener Coaches und einer kleinen Gruppe von Gefährt*innen, um Dich deinem Herzen zu nähern, ihm zu trauen und ihm folgen zu können. Der Schritt ist an dir. Melde dich jetzt an mit einer Mail an herz@cordat.org!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s