Es ist Liebe. Zehn Jahre cordat herzensbildung

Vor zehn Jahren sind wir gestartet. Zuerst privat. Und ziemlich gleichzeitig beruflich. Wir haben uns gefunden. Nicht dass wir gesucht hätten. Wir wurden gefunden. Im Mindset-Coaching gibt es den geflügelten Ausspruch:

Neurons that fire together, wire together.

Unsere Neuronen haben gemeinsam Feuer gefangen und schwingen und wirken seither zusammen. Die Liebe hat uns ausgesucht. Und eine krasse Transformation unserer bisherigen Leben befeuert. 

Daran glauben

Wir haben es lange nicht verstanden, aber wir sind ihrem Ruf gefolgt. „Folge dem Herzen!“

Wir, Nicki und Christian, im Sommer 2015 mit unseren Pilgerrucksäcken auf dem Franziskusweg in Italien. – Fotos dieses Beitrags, wenn nicht anders gekennzeichnet: Christian Heitzer-Balej

Nichts leichter schwieriger als das. Als wir erkannten, dass es nichts anderes ist, als diese Riesenenergie, dieser Riesenstrom, der im Leben und auf diesem Planeten alles bewirken kann, haben wir daran geglaubt. Das Lateinische Wort für ‚glauben“ ist credere, das wortgeschichtlich auf cordare zurückgeführt wird; cordare bedeutet ‚Herz geben‘. Wir haben all unseren Mut zusammengenommen, uns im wahrsten Sinne ein Herz gefasst und haben der Liebe geglaubt. Alles auf diese eine Karte gesetzt. Haben unsere bisherigen Lebenskontexte abgebrochen und sind privat und beruflich dem Herzen gefolgt. Tabula rasa. Wir haben buchstäblich unsere Pilgerrucksäcke und Schuhe geschnürt und sind aufgebrochen in einen neuen Lebensabschnitt. Im August 2015 haben wir cordat herzensbildung gegründet.

Der Weg der Achtsamkeit

Blick in das zauberhafte Chiascio-Tal

Zum Herzen kam die Achtsamkeit dazu. Für die gigantische Transformationsarbeit brauchten wir Hilfe. Wir fanden sie in einer Haltung und Praxis der Achtsamkeit. Achtsamkeit, diese Haltung von Bewusstheit und Selbstfürsorge; dieser Weg, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen; dieses immer wieder Zurückkehren ins Jetzt und Hier; dieses Einschwingen und in Verbindung gehen, mit sich selbst, miteinander und allem was ist. Und wir erkannten immer mehr: 

Achtsamkeit ist Liebe. Liebe ist Achtsamkeit.

Den inneren Garten kultivieren

Blick auf Poggio Bustone und das Rieti-Tal

Dabei ist Achtsamkeit wie Liebe ein Garten, den es zu pflegen gilt, zu kultivieren. Ein Garten, der durchaus mit Arbeit verbunden ist. Alle Pflanzen in unserem Garten dürfen gesehen werden, alle Tiere und Wesen, die sich darin tummeln. Wir durften lernen, alle unsere Gefühle anzuschauen und auch unsere Schatten: Wo handeln wir nicht liebevoll? Was triggert uns? Worüber stolpern wir immer wieder? Was hindert uns daran, zu blühen – ist gleich: liebevoll zu sein? Was hindert uns daran, zu wachsen und in unsere ganze Kraft zu kommen?

In Liebe transformieren

Eine Raupe, geradezu archetypisches Sinnbild für natürliche Transformationskraft: Zuerst kriecht sie auf dem Boden, nährt sich, begibt sich in die Stille, verpuppt sich und bricht aus dem Kokon hervor: als Schmetterling, als neues Wesen, fähig, mit der Kraft seiner Flügel hinauszufliegen.

Wenn wir uns in Achtsamkeit üben, lernen wir, alles in uns und die ganze Welt zu umarmen. In unserer und ihrer Schönheit wie in unserer und ihrer Zerbrechlichkeit. Wir fangen an, das Zerstörerische zu transformieren und mehr und mehr uns selbst, einander, die Welt, die Dinge, die wir tun, auch das Nicht-Tun, die Menschen um uns herum und auch die Tiere, die Pflanzen, die Steine, die Früchte, die Sonne, die Sterne, den Mond, den Wind, die Erde, auf der wir gehen, den Löffel, den wir benutzen, den Kaffee und das Brot, zu lieben.

Alles, was du brauchst

Ein Pilgerweg ist anstrengend. Wir brauchen Momente und Zeiten des Rastens, des Innhaltens, der Muße. – Foto: Susanne Windischbauer

Wir sagen gerne, dass wir Trainer*in für Achtsamkeit und Herzensbildung sind. Und eigentlich geben und sind wir Liebe. Weil man das so nicht sagen kann, und selbst schreibend fühlt es sich sehr ungewohnt an, werden wir auch weiterhin von Achtsamkeit und Herzensbildung reden und schreiben. Aber wer dahinter schauen will, darf wissen: Es ist Liebe, um die es geht. Lerne zu lieben und du wirst im Leben alles haben und sein, was du brauchst!

Achtsamkeit, Frieden, Liebe. Am wichtigsten aber ist die Liebe.

Wie finden wir Frieden?

In Zeiten wie diesen kommt eines noch auf besonders dringende Weise dazu: Wie finden wir Frieden? Yoga, Meditation, Stille halfen und helfen uns, immer wieder Frieden in unseren aufgewühlten Herzen zu finden. Frieden im Außen, in unseren Beziehungen zueinander, Frieden in der Welt finden wir nur über den Frieden im Inneren. Im posthum veröffentlichten letzten Buch des 2022 verstorbenen großen vietnamesischen Meisters und Vertreters eines engagierten Buddhismus Thich Nhat Hanh „Zen und die Kunst die Welt zu retten“ heißt es: „Es ist dringend nötig, unsere Lebensweise zu ändern, dass sie mehr von Achtsamkeit, Frieden und Liebe geprägt ist, und wir alle können damit jetzt, heute beginnen.“ (ebd. 251) Dabei ist die Liebe für Thay, „Meister“, wie Thich Nhat Hanh liebevoll genannt wird, der Polarstern, an den wir uns ausrichten können. Der Polarstern kann uns als Kompass dienen, wenn wir uns im Wald verlaufen. Wir wollen (und können) nicht zum Polarstern selbst gelangen, aber er führt uns immer wieder aus der Verirrung heraus.

Beherzt leben heißt, mutig sein!

Auch wenn der (Herzens-) Weg manchmal steinig ist, bleibt er doch gesäumt von großer Schönheit.

Wir haben an unserem eigenen Beispiel erlebt und gelebt, wie dem Herzen folgen geht. Uns braucht niemand erzählen, dass das nicht leicht ist. Vielleicht ist es das Mutigste, was wir in unserem Leben tun können. Doch: Es lohnt sich. Nichts lohnt sich im Leben mehr als das! Eine Haltung und Praxis der Achtsamkeit ist unser Schlüssel gewesen und ist es bis heute, diesen Weg wirklich zu gehen. Achtsamkeit ist hauptsächlich ein Weg vom Tun zum Sein. Herzensbildung heißt für uns, vom Lauschen in die Stille und das eigene Herz, auch wieder ins Tun zu kommen: Es ist schön, davon zu träumen, sein Herzensprojekt anzupacken, dem Herzen zu folgen. Ja, wir brauchen unsere Träume. Aber sie sind wertlos, wenn wir nicht zu diesem Wort mit den drei Buchstaben kommen: t u n. 

Herzensbildung ist, den eigenen Weg auch wirklich gehen zu lernen

Unser berufliches Herzensprojekt bleibt, Menschen mit der Haltung und Praxis der Achtsamkeit vertraut zu machen und ihnen von hier aus einen Weg zu innerem Frieden und der Stimme ihres Herzens zu eröffnen. Ihn begehbar zu machen. Wer unseren Angeboten folgt, folgt der Freude; folgt dem Herzen; folgt der Berufung; begibt sich auf den Pfad des Friedens; folgt der Liebe. Wird ermutigt und packt sein Herz aus. Den eigenen Träumen wieder zu begegnen und den ureigenen Seelenweg zu gehen.

Die TOOLBOX ACHTSAMKEIT ist unsere Weiterbildung für alle, die in den Weg des Herzens investieren und ihn auch wirklich gehen wollen; für alle, die nachhaltig in eine achtsame, resiliente und emotional intelligente Haltung investieren wollen. Am 3./4. Mai startet ein neuer Durchgang mit 6 Modulwochenenden. Eine wertvolle fünfmonatige Reise mit viel Auszeit und Ruhe für den eigenen Prozess und einen Schatz an Achtsamkeitstools im Gepäck für sich selbst und für die Arbeit, den Umgang und das Zusammenleben mit Menschen. Achtung: bis 13. 3. gibt es die Weiterbildung zum Frühbucherpreis. Für Fragen einfach eine Mail an herz@cordat.org schreiben. Alle Infos – und viele weitere tolle Angebote jetzt im Jubiläumsjahr -unter http://www.cordat.org.

Aktuell gibt es bis Ostern immer donnerstags von 19 Uhr bis 19:30 Uhr „Zeit für dich„, eine halbe Stunde Achtsamkeit online. Das Angebot ist kostenlos über unseren Shop zugänglich und mit jedem Handy, Tablet oder Computer von überall her nutzbar. Wir freuen uns auf eine Begegnung von Herzen!

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