Jede Menge Prana*. Outdoor-Abenteuer mit einem Teenager (2)

Nach den ersten beiden Tagen am und im Drachensee (siehe Teil 1 dieses Blogbeitrags) geht es für Samuel und mich weiter Richtung Regensburg. Und wir folgen der Spur, Freunde aufzusuchen.

Hans hatte uns nicht nur seinen Wald zum Zelten überlassen. Am nächsten Morgen waren wir von ihm und seiner Frau Eva auch noch zu einem Frühstück auf der schönen Terrasse ihres Hauses eingeladen – samt Gesprächen über Gott und die Welt. – Fotos dieses Beitrags: Christian Heitzer-Balej und Samuel Heitzer.

Am liebsten dort, wo sie selbst am liebsten sind. Dort fließt schon mal von Haus aus doppelt Prana, Lebensenergie also. Hier in Form von Zuneigung zu Menschen und Begeisterung für deren Lieblingsorte.

Du willst Abenteuer – und bekommst auf die Nase

Bevor wir dahin kommen, erlebe ich allerdings einen kleinen Schockmoment im Zug. Nachdem ich sorgsam meinen Rucksack auf der Gepäckauflage verstaut habe und zu ein paar Notizen direkt darunter sitze, knallt eine volle Ein-Liter-Flasche, die seitlich aus meinem Rucksack gerutscht war, direkt auf meine Nase. Diese blutet sofort und Samuel bangt darum, ob sie gebrochen ist – und wir unsere Tour überhaupt werden fortsetzen können. Zumal bald heftiges Kopfweh einsetzt…

Begegnung mit unserem Outdoor-Lieblingsexperten

Mit der Zeit aber beruhigt sich die Nase und bei ihrem Besitzer und seinem Sohn herrscht bald Gewissheit, dass es natürlich weitergeht. Am späten Nachmittag landen wir an einem mitten im Wald gelegenen Weiher, dem Lieblingsplatz von Harry, unserem Freund und Outdoor-Experten. Acht Jahre haben wir gegenüber seines Trekkingladens mitten in der Regensburger Altstadt gewohnt und Samuel hat bei ihm von Messer und Multi-Tool über Feuerstahl bis zu unserem im wahrsten Sinne: Dauerbrenner, der „Bush-Box“ und einem Zwei-Mann-Zelt all seine Ausrüstung gekauft und dabei seine geballte Expertise genutzt.

Harry in unserer Mitte mit seiner Katja und einem Outdoor-Oltimer, wie er einem Trekkingladen-Chef nicht würdiger sein könnte.

Der Hecht kommt pünktlich

Harry empfängt uns mit seiner Katja und sie haben schon alles für einen gemütlichen Angel- und Grillabend vorbereitet. Samuel hat er gleich mit den Angeln angefixt und der übt fleißig, kleine Köderfische für einen zu angelnden Raubfisch aus dem Weiher zu fischen. „Der Hecht kommt morgen früh zwischen sieben und acht Uhr“, meint Harry. Da sei seine Zeit für Nahrungsaufnahme. Als wir nach Würsteln, Krautsalat und Brot am Lagerfeuer müde ins Bett fallen, spreche ich Harry auf die Angeln an, die weiter auf Beute aus dem Weiher lauern. Die lässt er stehen, sagt er – auch ganz ohne technische Hilfsmittel wie Piepser etc. Er habe da in der Nacht „ein halbes Ohr drauf“ und würde schon mitkriegen, wenn einer anbeißt. Der Hecht komme aber eh erst in der Früh. Und tatsächlich, direkt dort, wo wir im wieder offenen Zelt schlafen und müde durch das Moskitonetz schauen, staunen wir Bauklötze, als Harry um punkt 7:30 Uhr den Hecht aus dem Weiher zieht…

Prana aus dem Weiher

Nach einem Kaffee von der French-Press aus Titan fängt Katja an, ihre Feldbetten abzubauen und die Sachen aufzuräumen. Währenddessen nimmt Harry fachmännisch den Hecht aus und überlässt uns ein ordentliches Stück davon „zum Grillen für Mittag“. Später sollten wir ihn nicht mehr essen, da wir ja keine Möglichkeit zum Kühlen haben. Als die beiden weg sind, verstecken wir den Hecht und unsere Rucksäcke und wollen zum Handys laden in die nächste Ortschaft. Dort treffen wir – ganz gemäß dem unbewussten Motto unserer Wochen-Tour – einen weiteren Freund, der uns schon von weitem winkt: „Die zwei Nasen kenn ich doch?“

Der Freundestour geht weiter. Oliver gabelt uns auf – zum Handy-Laden und Frühstücken. Und für den Hecht gibt er uns gleich noch bestes Olivenöl mit und fährt uns, da die Zeit vorangeschritten ist, ein Stück zurück in die Nähe „unseres“ Weihers.

Kurzerhand verlegen wir das Handyladen samt 2. Frühstück auf seine Terrasse und lassen uns sogar noch ein Stück im Auto transportieren, damit der Hecht am Weiher nicht schlecht wird. Dort grillen wir Stück für Stück den vorzüglichen Fisch auf unserer Bush-Box und sind uns sicher: Der Hecht liefert uns ordentlich Lebensenergie!

Insgesamt laden wir die Pfanne auf der Bush-Box fünf mal, bis das große Stück Hecht, das uns Harry überlassen hat, komplett gegrillt und natürlich gegessen haben.

Auf nach Bayerisch-Kanada

Wohin wollen wir zum Schluss unserer diesjährigen Sommertour? Samuel möchte nochmal ans Wasser und wir entscheiden uns für das uns schon länger lockende „Bayerisch-Kanada“. Wir fahren also zurück nach Regensburg und lassen uns ab Plattling in der Wald-Bahn in diese mächtig klingende Bayerwald-Region bringen. Nachdem an diesem Abend Regen und Gewitter angekündigt sind, nehmen wir die sichere Variante im Adventure-Camp der Schnitzmühle. Der Trubel dort reißt uns zwar ein wenig aus der Zweisamkeit des bisherigen Tour-Feelings, hat aber auch seine Berechtigung, insofern es in der Nacht tatsächlich regnet, wenn auch nicht gewittert. Am nächsten Tag bauen wir unser Zelt wieder ab und begeben uns in den bayerisch-kanadischen Urwald. So gut das Marketing ist, faktisch ist es dann doch ein bisschen dick aufgetragen und an Bären gibt es hier nur die mit den zwei „e“.

„Bayerisch-Kanada“, am Schwarzen Regen in der Gegend von Viechtach.

Zuletzt kommen wir aber noch direkt an den Schwarzen Regen, baden dort sogar noch mal und finden einige schöne Plätze. 

Weiter, immer weiter – und fürs Leben lernen

Da war der Beginn der Tagestour schon fast vergessen. Eine halbe Stunde waren wir vom Camp zunächst in die falsche Richtung gelaufen und haben dann insgesamt über eine Stunde „verloren“. Wir waren wegen der erneuten Hitze so frustriert, dass wir schon kurz davor waren, die heutige Wandertour vorzeitig zu beenden. Doch wir haben uns durchgebissen und das hat gut getan. Müde aber glücklich erreichen wir zu Fuß unseren Zielbahnhof Gumpenried. Von dort aus bringt uns die Waldbahn schließlich nach Viechtach, wo uns dankenswerter Weise meine Liebste abholt und nach Hause fährt. Die Wochen-Tour ist beendet, das Abenteuer des Lebens geht weiter. Wieder haben wir an Beispielen in der Woche für das große Abenteuer gelernt: Umgib dich mit Freunden, mit Menschen, die dir Prana sind, Lebensenergie! Glaube an dich und dein Potenzial; mit dem richtigen State, mit Fokus und Geduld kommst du überall hin! Und lass dir von der Umgebung helfen, von Eingebungen, von der Intuition, von allem, was das Universum, das Leben, die himmlischen Kräfte für dich bereithalten.

Von wo fließt dir Lebensenergie zu? Wo findest du Prana? Es lohnt sich, einmal bewusst hinzuschauen, was uns nährt. Welches Essen wir zu uns nehmen, das wahre Lebensmittel enthält. Welche Umgebung, welche Menschen, welche Tätigkeiten uns wirklich nähren. Unsere Lebensenergie befeuern. Was also sind deine Energieträger? Am 29. September bieten Nicki und Christian von cordat mit einem Workshop und am 15. Oktober mit einem Tagesretreat auf Gut Hötzing Gelegenheiten, sich diesen und ähnlichen Fragen zu stellen und sich in den schönen Räumen und der wundervollen Umgebung auch aktiv mit Lebensenergie aufzuladen.

Wir, Nicki und Christian, freuen uns von Herzen auf unsere beiden kommenden Veranstaltungen – den Workshop am 29. September und den Tagesretreat am 15. Oktober!

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*Prana ist in der yogischen Philosophie so etwas wie die Lebensenergie. Das, was in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und anderswo „Chi“ heißt – man vergleiche auch das „Qi“ in „Qi Gong“.

Ein Kommentar zu „Jede Menge Prana*. Outdoor-Abenteuer mit einem Teenager (2)

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