„Dafür leb‘ ich!“

Wir steigen aus dem Auto und betreten den Fußballplatz. Es ist schon abends und hier hat man die Sonne immer besonders lange. Mit einem Mal sprintet mein Sohn Samuel (15) los, dorthin, wo die Sonne zwischen den Büschen direkt sichtbar ist. „Dafür leb‘ ich!“, ruft er laut, „dafür leb ich!“. Und er holt sein Handy heraus, um – wie so oft – die untergehende Sonne zu fotografieren.

Das war die beschriebene Szenerie: Zuerst den Sonnenuntergang genießen und erst dann zusammen kicken. – Fotos, wenn nicht anders gekennzeichnet: Christian Heitzer-Balej

Draußen zuhause

Wie schon mehrmals in diesem Blog beschrieben, bin ich so dankbar, dass Samuel sich in seinem Alter so ehrlich an dem Draußen-Sein, am Kreislauf der Natur und an der Schönheit ihrer Phänomene, der Pflanzen und Tiere freuen kann. Bin ich froh, dass er einfach gerne „outdoor“ ist, dass er dieses Glück kennt und nicht wie so viele in seinem Alter am Bildschirm sitzt zum Spielen und Zocken. Natürlich spielt er auch mal am Handy und natürlich verfällt er regelmäßig auch mal TikTok & co. Aber die oben beschriebene Szene zeigt mir, wieviel ihm die Natur und das Draußen-Sein doch wert sind. Dass er einen Sensus für die Schönheit hat, die uns tagtäglich umgibt.

Einfach mal nichts

Kürzlich waren wir auch wieder an unserem Lieblingsstellplatz an einem Weiher in der Nähe. Zum ersten Mal in diesem Sommer.

Foto: Samuel Heitzer

Die BushBox anschüren, uns ein kleines feines Abendessen darüber kochen, am Weiher sitzen, schwimmen und einfach mal nix tun. Etliche Jahre hatte ich als Papa das Gefühl, immer für ein spannendes Programm sorgen zu müssen. Hier draußen genügt auch mal das Sitzen, das Sein, das Zusammen-Sein. Da darf es auch mal nix sein. Wie wohltuend!

Wofür lebst du?

Und natürlich ist mir unmittelbar klar geworden: Was Samuel ausgesprochen hat, ist eine Coaching-Frage par excellence. Wofür lebst du? DIE Frage schlechthin! Die Frage des Lebens. Wofür lebst du? Ich lebe für dieses sich Einfinden im Hier und Jetzt. Immer wieder. Immer neu. Im Jetzt ist Frieden. Im Jetzt gibt es keine Sorge. Sorgen beziehen sich auf mögliche zukünftige Szenarien und Zukünftiges ist (noch) nicht Jetzt. Im Jetzt ist auch kein Leiden mehr an Vergangenem, Verpasstem, Versäumten. Das Jetzt ist enthoben. Ich lebe für das Jetzt. Und für die Liebe. Im Jetzt bekommt sie Raum. Wo kein Sorgen und kein Leiden, nimmt Liebe Fahrt auf. Im Jetzt kann ich mich zu-neigen, zu-wenden, in Verbindung gehen. Liebe ist Zuwendung, Zuneigung, Verbundenheit. Zu mir, zu den Dingen, zu meiner Frau, meinem Sohn, meinen Töchtern, meinen Eltern, Geschwistern, Freunden und allen Wesen um mich herum. Und weil das alles vielleicht ein wenig abstrakt ist, schreibe ich gerne noch Konkreteres auf: Ich lebe für das Schöne, für das Erleben mit allen Sinnen, für das Gehen, das Reisen, das Essen, für Achtsamkeit, Yoga & Meditation, für das Verbundensein, für die Muße, für das pure präsent Sein – wie ein Baum, eine Landschaft, wie ein Felsen sein, für das am Lagerfeuer Sitzen.

Foto: Samuel Heitzer

Wach werden für das Geschenk des Lebens

Nicole Katharina und ich haben es in den vergangenen Tagen in unserer Arbeit wieder so hautnah erlebt, was passiert, wenn Menschen, die sonst so busy sind, die im Hamsterrad des Immer-Tuns stecken, plötzlich zu sich kommen. Wenn sie „runterfahren“, wie es so gerne heißt. Wie sie einen ganz anderen Gesichtsausdruck bekommen. Heimkommen zu sich selbst und ankommen im Hier und im Jetzt. Wie sie wach werden für das Geschenk des Augenblicks und das Geschenk ihres Lebens.

Wofür lebst du? Am 9. Juli ist mit einer Tagesauszeit auf Gut Hötzing eine gute nächste Gelegenheit, heimzukommen zu sich selbst und anzukommen im Wesentlichen des Lebens: einer Antwort auf die Frage der Fragen. Wir, Nicki und Christian freuen uns auf eine Begegnung von Herzen!

Nicki und ich lieben Tiere. Hier sind wir bei Freunden zu Besuch und begrüßen dieses schöne und edle Wesen.

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