Wonderland Pandaland

Er ist wieder da. Vielleicht war er gar nicht weg. Aus den großen italienischen Städten, dachte ich zumindest, ist er verschwunden. Den großen, prestigeprächtigen SUVs gewichen. Doch ich habe mich getäuscht. Seit Tagen sehe ich ihn überall. Einer für alle Gelegenheiten. Hier ist er allgegenwärtig: der PANDA.

Zurück im grünen Herzen Italiens

Bilder dieses Beitrags, wenn nicht anders gekennzeichnet: Christian Heitzer-Balej

Auch wir selbst sind wieder zurück. Zu Fuß auf dem Franziskusweg. In Umbrien, il cuore verde d’Italia, dem grünen Herzen Italiens. Und wir sind blitzartig wiederverliebt in diese wundervolle Region: Umbrien, jene Region, die sich – all‘ ombra della sorella maggiore –  im Schatten ihrer großen Schwester, der Toskana, vielleicht gar nicht so unwohl fühlt. 

Umbrien im Klimawandel

Umbria hat keine Küste. Doch sie hat Berge. Sie sieht das Meer von oben. Und tatsächlich ist Umbrien heuer richtig grün, wie es im so stimmigen Werbespruch der Region heißt. Um diese Zeit und nach vielen Wochen Regen, wie uns gesagt wurde, bewegen wir uns hier in den Bergen im Wald wirklich im grünen Herzen Italiens – oder vielleicht dürfen wir sogar sagen: in der grünen Lunge. Denn dort wo wir über die Baumgrenze kommen, etwa am Monte Subasio, an dessen Hang sich die Stadt des großen Jahrtausend-Heiligen Francesco d’Assisi schmiegt, oder unten im Tal, wo wir aus den Wäldern herauskommen, ist die Sonne in diesen Tagen gnadenlos. Mit bis zu 36 Grad im Schatten fühlt es sich noch in der ersten Juni-Hälfte von den Temperaturen her an wie im Hochsommer. Der Taxifahrer schüttelt den Kopf, als er uns die Extreme schildert: Regen und kühl bis in den Mai hinein und jetzt bald 40 Grad. 

Sich mental gesund gehen

Wir, Nicki und Christian, haben neue Wege mitten im Wald erkundet, wo es herrlich frisch ist und wo wir immer wieder spektakuläre Ausblicke in den grünen Apennino bekommen. Wir treffen auf diesen Wegen in den vier Tagen fast niemanden. Nicht nur, weil kein Italiener auf die verrückte Idee kommen würde, bei 35 Grad im Schatten, den ganzen Tag zu Fuß unterwegs zu sein. Die Wege, die der Heilige Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts selbst nahm, immer unterwegs zu seinen Fratelli in den überall sich sammelnden Gemeinschaften, sind einsam. Hier findet der mental überforderte Mitteleuropäer, was er so dringend braucht: dem Computer, dem Business, den Patient*innen, Klient*innen, Schüler*innen oder Kund*innen, dem Funktionieren entkommen, aufgrund „schlechter Netzabdeckung“ im digital Detox, umgeben von einer schier urzeitlichen Landschaft, umschwirrt von Schmetterlingen in allen Farben und umgeben von herrlich duftendem umbrischen Ginster vor allem –  sich selbst.

Nichts übertreiben

Doch wir kommen auch an unsere Grenzen. Wo wir zu lange in der Sonne am Weg sind, müssen wir das Abenteuer zu Fuß tatsächlich abbrechen. Vor allem unserem schwarz befellten Pilgerhund „Leni“ bekommt die extreme Hitze gar nicht. Wir sind dankbar, dass wir uns auf das hervorragende und pünktliche Bus- und Bahnnetz Italiens verlassen können und machen schließlich auch Gebrauch davon. Mehr als 12km pro Tag sind unter diesen Umständen kaum drin. Und müssen auch nicht sein. Schließlich sind wir im Urlaub.

Panda-Asino

Wir müssen freilich noch über IHN schreiben. Hätte es ihn schon im 12. Jahrhundert gegeben, wäre vielleicht sogar der Heilige schon mit seiner Hilfe die Conventi seiner Brüder abgefahren. Er ist so etwas wie der neuzeitliche Esel, den jeder hat, weil man ihn für alles brauchen kann und weil er überall hinkommt. Er ist ein Lasttier, ein Beförderungsmittel, einfach zu alles zu gebrauchen. Die Väter von FIAT haben offenbar alles richtig gemacht. Außer ihm den falschen Namen gegeben. Man hätte ihn nicht nach einem Bär benennen sollen, sondern wie seine berühmten Schwestern den Roller Vespa (‚Wespe‘) und den Kleinsttransporter Ape (‚Biene‘) passender, italienischer: Asino (‚Esel‘).

Panda-Agri. – Bild: Klaus Hirn

Der PANDA-Asino ist immer und überall in Umbrien. Die alten und ganz alten Modelle, die es nicht nur in Rot und Weiß gibt sondern auch türkis als Modell „young“ und auch die ganz Neuen, die es als „cross“-Version gibt und sogar in „Hybrid“. Umbrien ist Panda-Land. Doch selbst als wir dem mondänen Firenze einen Besuch abstatten, taucht er überall auf. Er ist für Italien, was in Deutschland einmal der Käfer war – und später der Golf. Er ist ein echter Evergreen. Er passt nach Umbrien, diesem lieblichen, erdigen, unaufdringlichen und doch so fantastischen Wonderland.

Direzione Roma

Noch früher waren die italienischen Autos freilich seeeehr viel schöner; unerreicht die Ästhetik des legendären Quinquecento, der heute noch in den umbrischen Dörfern zuhause ist.

Die Menschen, die wir treffen, sind – wie wir es in den letzten zehn Jahren immer wieder erlebt haben – ausgesprochen freundlich, herzlich und hilfsbereit. Als wir in Spoleto in den Zug in die falsche Richtung einsteigen und es erst in allerletzter Sekunde mitkriegen, Hals über Kopf und den Fuß in die Tür klemmend unsere Rucksäcke aus dem Zug wuchtend und – obwohl eh schon fix und alle – versuchen den (richtigen) Zug am anderen Gleis zu erreichen lassen nicht nur die Schaffner Gnade vor Recht walten; selbst die Café-Betreiberin, die uns gerade noch den unvergleichlichen italienischen Espresso kredenzt hatte, springt aus dem Bahnhofsgebäude und redet uns und allen Beteiligten gut zu, sodass wir zurück in Richtung Assisi kommen und nicht – es hätte freilich Schlimmeres gegeben – in die città eterna nach Rom kommen.

Wir werden im späten Frühjahr nächsten Jahres unsere Pilger-Retreats auf dem Franziskusweg in Umbrien, die seit Corona unterbrochen waren, endlich wieder aufnehmen. Die genauen Daten gibt es demnächst. Denen, die schon jetzt etwas für ihre Seele tun wollen, legen wir unseren Tagesretreat am Harlachberg, den Meditationskurs für Männer, den Kurs zum kraftvollen Selbstmitgefühl für Frauen und ganz besonders unser nachhaltiges Coaching- und Weiterbildungsformat TOOLBOX ACHTSAMKEIT – bis 30. Juni noch zum Frühbucherpreis! – ans Herz! 

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