Laut dem bekannten Neurobiologen Dr. Marcus Täuber* „werden rund neunzig (!) Prozent aller Erkrankungen durch Stress verursacht oder in ihrer Ausprägung verstärkt“. Das durch dauerhaften „Stress und eine verletzte Psyche“ ins Ungleichgewicht geratene Immunsystem fördert die Entstehung von Krankheiten wie „Allergien, Asthma, Autoimmunerkrankungen, Infektionsneigung, Krebs, Migräne, Rückenprobleme bis hin zur Osteoporose“.

Hirnforscher als Hebammen der Meditation
Es ist nicht das erste Mal, dass ausgerechnet ein Hirnforscher der Zunft der Achtsamkeitstrainer*innen und Meditationslehrer*innen eine solche Steilvorlage liefert und von der „Macht von Entspannung und Mediation“ schreibt und wie diese „wie ein Regenschirm (wirken), der uns den Stress, der auf uns einprasselt, vom Leibe hält“. Bei den heute so sehr auf Wissenschaftlichkeit pochenden Generationen scheinen die Hirnforscher entscheidende Fürsprecher*innen und Hebammen der Meditation zu sein.

Vom Alarmmodus zur Selbstzerstörung
Die Gesellschaft um uns herum ist, seitdem uns das Internet geschenkt wurde und unser Alltag durchdigitalisiert wird, dermaßen im Beschleunigungsgang, dass unserem Kopf und unserem Herzen schwindlig wird. Überhaupt scheinen unsere bisherigen biologischen Mechanismen, den Körper gesund zu erhalten, zunehmend nicht mehr zu funktionieren. Was unser Körper von den Hormonen bis zum Immunsystem bei gelegentlichem Stress im Körper durchaus richtig macht und sinnvoll für uns ist, wendet sich im Dauermodus von Stress gegen uns wirkt zerstörerisch.
Zeitersparnis oder Zeit-Piraterie?
Von der Email wurde uns Zeitersparnis und mehr Komfort in der Kommunikation versprochen. Als nützliche Kommunikationsmittel und Unterstützung im Alltag gedacht, ausgehend vom Internet und der Email erleben wir heute mit den Messengerdiensten und Social-Media-Apps auf unserem Smartphone ein beispielloses Informationsbombardement. Das Handy wurde vom nützlichen Helfer zum Piraten unserer Lebens: Wie können wir unsere Lebenszeit und Lebensqualität retten oder wiedergewinnen, wenn sie von Geräten und Apps gekapert wurden?

Das Menschliche retten
Mit KI macht sich aktuell die noch viel größere Schwester des Internet daran, unser Berufs- und Lebenswelten auf den Kopf zu stellen. Was können wir tun, um das Menschliche zu retten – und mit ihm unsere ureigene Seele? Ich möchte nicht schwarzmalen und ich nutze die Technik natürlich auch selbst. Doch da wir im Kontinuum der Generationen auf diese Entwicklungen nicht vorbereitet wurden, laufen wir Gefahr, uns in der Flut der Nachrichten und Impulse zu verlieren bzw. von einer anderen Art Intelligenz, die sich unseres Bewusstseins bedient und mutmaßlich bemächtigt, verschlungen zu werden.

Meditation als Ressource der Menschheit
Indes eine Hoffnung gibt es. Unser großes Glück könnte sein, dass die Menschheit von Alters her eine Kulturen und Religionen übergreifende Kompetenz entwickelt hat, die unsere Rettung heute auf diese geschilderte Überforderung, jene dauerhafte Alarmierung unserer körperlichen und seelisch-geistigen Systeme, auch chronischer Stress genannt, sein kann, nämlich: „der Stressreaktion eine Entspannungsreaktion“ folgen zu lassen, wie der Neurobiologe das pragmatisch nennt. Mehr noch: In dem Wissen, dass mal die Füße hochlegen in diesem unseren Zustand nicht mehr reicht, wie Marcus Täuber so schön schreibt, gilt es, sich eben diese Kompetenz anzueignen, die es uns ermöglicht, wirklich in der Tiefe zu entspannen und dem Dauerfutter für den Sympathikus eine nachhaltige Nahrungsquelle für den Parasympathikus entgegen zu setzen. Die Rede ist von der Meditation.

Die große Schatzkiste der Traditionen
Welche Form wir genau wählen, ist vielleicht nicht so entscheidend. Die Menschheit hat so viele verschiedene Formen entwickelt; Formen, die auf indigene bzw. schamanische Traditionen beruhen, auf hinduistische (Yoga), buddhistische (Achtsamkeit), islamische (die Mystik der Sufis) oder christliche (Kontemplation) bis hin zu den quasi im Reagenzglas gemischten wissenschaftsbasierten Neuschöpfungen (Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Pilates etc.). So groß ist die Palette, dass sich wirklich jede*r was finden sollte. Nur: Wir dürfen ins Tun kommen, ins Anwenden, ins Praktizieren, wenn wir nicht nur mental sondern auch körperlich gesund bleiben oder wieder werden wollen.

Sauerteig anstelle von Industriebrot
Naheliegenderweise empfehle ich Meditationsformen, die tiefer reichen beziehungsweise das ganze Leben bereichern. Dazu zähle ich nicht gerade die oben genannten wissenschaftsbasierten Methoden; von ihnen sich zu nähren kommt mir ein wenig vor, als würden wir Industriekuchen oder -brot essen, wo es doch unglaublich leckere Torten nach Großmutters Rezept gibt und Sauerteigbrote, die wie beseelte Wesen daherkommen. Achtsamkeitsmeditation, Yoga, Mystik, Kontemplation – es gibt Jahrtausende alte „Rezepte“, die nicht nur unserem Körper und unserer Geist-Seele gut tun sondern uns auch horizontal verbinden mit gleichgesinnten Menschen und anderen Wesen und vertikal einbetten zwischen (Mutter) Erde, die uns trägt und dem Himmel über uns („Gott“, „Universum“, „das Leben“, „Sein“ – wie auch immer wir es nennen wollen). So leisten wir unserer Umgebung und dem Planeten gegenüber nicht nur indirekt über den in uns zu entwickelnden Frieden einen Beitrag sondern in unserer direkten Interaktion mit ihnen.

Mentales Zähneputzen und mehr
Wir dürfen wohl alle lernen, Meditation so selbstverständlich in unseren Alltag zu bringen wie das Zähneputzen. Deshalb schreibt der genannte Neurobiologe zum Schluss seines Buchs von der Meditation als dem „mentalen Zähneputzen“, das „in ein paar Jahren Teil unseres Alltags“ werden darf. Und natürlich gilt auch bei der Meditation wie beim Zähneputzen: Zweimal 3min Meditieren ist eine gute tägliche Gewohnheit. Doch der allgegenwärtige Zucker wie der chronische Stress braucht noch tiefer gehendes Detox bzw. Ausgleichskompetenzen durch Entspannung, Muße, Achtsamkeit und Meditation. Beginnen wir also gern mit dem mentalen Zähneputzen. Doch nehmen wir uns kompetente Lehrer*innen und nutzen wir all die wundervollen Kurse, die es gibt, als Trainings und die Retreat-Angebote als Trainingslager, um in Punkto Meditation nicht nur ein buongiorno und ein buonanotte herauszubekommen, sondern die Sprache der Meditation fließend in unser Leben und unseren Alltag zu sprechen.
Dies sind die nächsten Trainings und Trainingslager für Meditation bei CORDAT:

Da ich seit zehn Jahren erlebe, dass tendenziell Männer immer noch die größere Scheu haben, sich an das große Thema Meditation (inklusive Yoga) heranzutrauen, biete ich erstmals einen Meditationskurs für Männer an. Am Montag, 2. Juni gibt es um 19 Uhr dazu einen Schnupper- und Informationsabend online, der auch der Terminfindung dienen soll. Anmeldung für diesen kostenlosen Termin über unsere Website oder direkt in unserem Shop. Danach wird der dann im Seminarraum von CORDAT stattfindende Kurs mit sechs Abenden regulär ausgeschrieben und buchbar.
Eine herausragende Gelegenheit für alle (m, w, d), Achtsamkeit & Meditation nachhaltig ins eigene Leben zu implementieren, bietet unser Coaching- und Weiterbildungsformat TOOLBOX ACHTSAMKEIT. Bis 30.06. gibt es den nächsten Durchgang noch zum Frühbucherpreis!

Am 6. Juli gibt es ein Tagesretreat auf dem wundervollen Harlachberg mit der Möglichkeit, Achtsamkeit outdoor & YinYoga zu praktizieren; außerdem gibt es hier eine herzöffnende und verbindende Kakaozeremonie, eine Klangreise und zum Abschluss einen Kirtan mit viel Lebensfreude, Musik, Gesang, Mastern und Tanz.
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* Ich zitiere in diesem Beitrag aus seinem Buch: Gedanken als Medizin. Wie Sie mit Erkenntnissen der Hirnforschung die mentale Selbstheilung aktivieren, Berlin und Wien 2020, S. 44f.

