Draußen sein und „das Herz auffüllen“

Am vergangenen Samstag waren wir zu einem Pilgertag mit unserer Ausbildungsgruppe TOOLBOX ACHTSAMKEIT draußen im Wald. Das Thema des 5. Moduls ist „Kommunikation“. Warum sind wir zum Thema „Kommunikation“ draußen unterwegs?

Alle Bilder dieses Beitrags von Teilnehmer*innen unserer Tagestour.

Kommunikation mit Worten

Wenn wir ‚Kommunikation‘ hören, denken wir in der Regel sofort an das Gespräch mit einem anderen Menschen. Wenn wir unterwegs sind, nebeneinander zu Fuß gehen, ist es oft viel leichter im Gespräch zu sein. Wir sind in Bewegung und auch unser Gespräch kann dadurch in Bewegung, in Fluss bleiben. Selbst Pausen, Momente des schweigenden nebeneinanderher Gehens fallen leicht; ganz anders ist es, wenn man sich zu zweit gegenübersitzt. Im Gehen entstehen ganz natürlich(e) Denk- und Fühlpausen.

Kommunikation mit dem ganzen Körper

Natürlich kommunizieren wir nicht nur mit Worten. Wir sprechen auch mit unseren Händen (Gestik), mit den Augen, mit dem ganzen Gesicht (Mimik), ja mit unserem ganzen Körper. Im Gehen ist unser ganzer Körper in Bewegung. Wir können auch einmal bewusst stehen bleiben, einem Gedanken, einem Moment damit besonderen Nachdruck verleihen. Gehen schafft hier ganz neue Möglichkeiten.

Interne Kommunikation

Wenn wir eine Wegstrecke auch einmal bewusst alleine gehen, können wir uns bewusst werden, dass wir auch intern kommunizieren: In unserem Kopf läuft eine Art Dauerradio, wo ständig alles und jedes, was wir im Außen und Innen erleben, kommentiert wird. Außerdem gibt es eine unablässige Kommunikation zwischen unserem Kopf und dem Herzen und über das Blut einen Informationsaustausch von allen Zellen zu unserem Herzen und von hier wieder zu unserem Kopf.

Kommunikation im „großen Ganzen“ 

Darüber hinaus fällt es uns draußen leichter, zu spüren, wie tief wir eingebunden sind in das „große Ganze“, das uns umgibt. Nirgends erfahren wir dieses Eingebundensein klarer, als wenn wir draußen sind in dem, was wir gerne „Natur“ nennen. Dabei sind „Natur“ freilich auch wir selbst. Jede*r von uns ist Teil dieser natürlichen Welt. Auch wenn wir Menschen sind und uns aufgrund der zivilisatorischen Entwicklung heute hauptsächlich in Gebäuden aufhalten, so sind wir  – auch wenn wir das viel zu oft vergessen oder es uns überhaupt nicht mehr bewusst ist –  wie Tiere und Pflanzen natürliche Bewohner*innen dieses Planeten. 

Interaktion in der Natur (horizontale Kommunikation)

Was uns draußen noch bewusst werden kann: Wir kommunizieren nicht nur mit Menschen. Wir interagierend auch mit allen anderen Wesen. Wir reagieren, selbst wenn es uns kaum bis gar nicht bewusst ist, auch auf Orte, Landschaften, Pflanzen und Tiere und umgekehrt: Sie alle reagieren auf uns. Das ist sozusagen unser horizontales Eingebundensein auf diesem Planeten, wir kommunizieren horizontal.

Kommunikation zwischen Himmel und Erde (vertikale Kommunikation)

Wir sind als zweibeinige Wesen aber auch aufgerichtet unterwegs. Vertikal ausgestreckt zwischen Erde und Himmel, zwischen unten und oben. Zwischen Mutter Erde, die uns trägt und aus der wir letztlich kommen, wie alle biologischen Wesen – und dem Himmlisch-Göttlichen, dem Großen Geist, der uns beseelt hat und den wir atmen. Der als göttlicher Kern in unserer Essenz, unserem Sein gegenwärtig ist. Auch hier gibt es einen Kommunikationsfluss. Wenn wir so wollen, dann können wir uns von unseren Wurzeln in Mutter Erde durch uns hindurch in einer Art vertikalen Anbindung nach oben erleben. Eine Anbindung, ein Kommunikationsfluss, der sinnlich begreifbar, sichtbar und hörbar ist im spirituell-rituellen Ausdruck sowie im künstlerischen Ausdruck von Musik etwa, die uns berührt, Bildern, poetischen Texten und vielen weiteren wunder-vollen Erlebnissen oder Erfahrungen.

Zärtliche Begegnung mit Mutter Erde

Im Barfußgehen auf einer Lichtung mitten im Wald haben wir diese Verbindung zur Erde im wahrsten Sinne „hautnah“ gespürt. Wir haben in einer Gehmeditation diesen großen Organismus, unseren Planeten Erde, den die indigenen Kulturen bis heute „Mutter“ nennen mit jeden Schritt wie sanft „geküsst“, wie Thich Nhat Hanh das einmal so schön beschrieben hat: Wenn wir barfuß mit sanften, zärtlichen Schritten auf der Erde gehen, ist das, als würden wir die Erde küssen.

Den Horizont schauen

Zum Schluss unserer Tagespilgertour haben wir uns noch Weite gegönnt. Auf einer Anhöhe mit traumhaftem Rundumblick haben wir nicht nur unsere Tour und den Wald überblickt, sondern in den Horizont unseres Lebens geschaut. Am Abend haben wir mit selbst gesammeltem Material Traumfänger gestaltet und sind so in unsere schöpferische Natur eingetaucht.

Am Lagerfeuer haben wir Kartoffelsuppe gegessen, Lieder und Geschichten geteilt, wie wir Menschen es über Zehntausende von Jahren getan haben. Wir haben Verbundenheit untereinander gespürt und sind, bewusst oder unbewusst, in das Kontinuum eingetaucht und wie mit unseren Ahnen am Feuer gesessen. Uns zu schützen, zu wärmen und zu nähren.

Die große Ordnung 

Der Sternenhimmel über uns. Und der aufgehende Ostara-Vollmond. Was für eine Kulisse, was für eine Gelegenheit, dieses Eingebundensein in diese große Ordnung, den Kosmos, und die vertikale Verbundenheit zwischen Erde und Himmel zu spüren!

Unsere Teilnehmer*innen und Gefährt*innen haben nach eigenem Bekunden ihr „Herz aufgefüllt“ und  „von früh bis spät einen perfekten Tag“ erlebt.

Da uns das Eingebundensein in der Natur, die Verbundenheit mit allem, was mit uns lebt und auch mit der Erde, unserer Urmutter und dem Himmlisch-Göttlichen über uns ein echtes Herzensanliegen ist und unser im wahrsten Sinne ökologischer Beitrag, bieten wir diesen Pilgertag auch als offene Veranstaltung an. Sei dabei und melde dich jetzt an zu unserem Pilgertagesretreat am Sa. 26. April!

Die TOOLBOX ACHTSAMKEIT ist unsere Weiterbildung für alle, die nachhaltig in eine achtsame, resiliente und emotional intelligente Haltung investieren wollen; für alle, die sich auf den Weg des Herzens einlassen. Am 3./4. Mai startet unser  SOMMER-Durchgang, am 11./12. Oktober unser HERBST/WINTER-Durchgang, jeweils mit 6 Modulwochenenden. Eine wertvolle fünfmonatige Reise mit viel Auszeit und Ruhe für den eigenen Prozess und einen Schatz an Achtsamkeitstools im Gepäck für sich selbst und für die Arbeit, den Umgang und das Zusammenleben mit sich selbst und anderen Menschen. Für Fragen einfach eine Mail an herz@cordat.org schreiben. Alle Infos – und viele weitere tolle Angebote jetzt im Jubiläumsjahr – unter http://www.cordat.org.

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*von gr. oikos ‚Haus‘; über ‚Hausgemeinschaft‘, zu ‚planetarische Gemeinschaft‘ und ‚planetarisches Gleichgewicht‘

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