Mehr als tausend Jahre schon steht hier ein Schloss. Wer hierher kommt, kann sich der Magie des Ortes nicht entziehen. So ging es auch uns, als wir vor gut zwei Jahren das erste Mal hierhergekommen sind.

So wie in diesen Tagen der Herbst einzieht, die Bäume ihre Blätter verfärben und loslassen, beginnen auch wir diesen Ort loszulassen. Auch wenn das Gut aus unserem Leben gehen wird: Die Magie bleibt.

Natürlich hat der einsetzende Herbst immer etwas Melancholisches – es ist der Abschied vom Sommer. Die Nacht nimmt dem Tag Stunde um Stunde und auch die ersten Nebel künden von der graueren und dunkleren Zeit im Jahres. Doch zuvor gibt die Natur noch einmal alles. Mit den sich verfärbenden Blättern können wir fast wie im Frühling nochmal ordentlich Farben sammeln für den Winter.

Das gilt auch für unser Leben. Wir erleben buchstäblich frühlingshafte Aufbrüche, auf denen Sommer folgen – mal kurze, mal lange, bisweilen richtig heiße: kraftvolle Energie, die wir in Projekte und Visionen stecken. Und immer wieder dürfen wir auch loslassen, was wir vielleicht glaubten, dass es jetzt zu uns gehört. Dürfen uns verabschieden, auch trauern. Und wir haben die Gewissheit, dass ein Winter kommt, der uns Zeit und Ruhe geben möchte, uns neu zu sammeln.

In all diesen Kreisläufen und Gezeitenwechseln des Lebens habe ich eines gelernt: Wir dürfen dem Leben trauen. Ver-trauen. Wenn wir wach sind, mit Bewusstheit durchs Leben gehen, achtsam sind in den Begegnungen mit uns selbst und anderen und unserer gesamten Umgebung, werden wir immer lernen. Und dann gibt es neue Optionen. Neues Wachstum. Neues Licht. Frühling.

Am kommenden Sonntag, 15. Oktober geben wir hier auf Gut Hötzing unseren letzten Tagesretreat. Eine wundervolle Gelegenheit, den Zauber des Ortes noch einmal zu erleben. Sich von der Magie berühren zu lassen. Und mit unseren in die Ruhe und gleichzeitig in die eigene Kraft führenden Übungen und Impulsen sich in die achtsame Bewusstheit mit sich, der Umgebung und dem Leben zu begeben. Sich auszurichten und in die innere Mitte zu kommen. Denn bei allen Jahres- und Gezeitenwechseln gilt auch für uns selbst: Was bleiben darf, ist die Magie, der Zauber des eigenen Lebens.

